Rudolf Virchow- Unser Namensgeber

Der Namensgeber unserer Schule "Rudolf Virchow" gilt als einer der führenden und vielseitigsten Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts, als eines der letzten Universalgenies unserer Zeit.

Rudolf Virchow - Der Wissenschaftler

Virchow ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der modernen Medizin. Während seiner siebenjährigen Forschungszeit am Pathologischen Institut der Universität in Würzburg von 1849 bis 1856 widmete er sein Interesse den unterschiedlichen, teils krankhaften Entwicklungen menschlicher Zellen. Die Medizin dieser Zeit ging davon aus, dass die Ausgewogenheit der Säfte des Körpers, Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle und ihre Beziehung zueinander die Gesundheit des Menschen bestimmen. Krankheiten entstanden nach diesem Konzept, der Humoralpathologie, wenn Störungen in der Ausgewogenheit und ihrer Verbindung zu den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde  eintreten. Virchow kam 1855 auf Grund seiner Forschungen zu einer bahnbrechenden Erkenntnis. Er formulierte: “Omnis cellula e cellula“ – jede Zelle entsteht aus einer Zelle. Er entwickelte daraus die Erkenntnis, dass jeder Krankheitszustand des Organismus auf einer krankhaften Veränderung der Körperzelle beruht und dass eine Krankheit ein biologischer Vorgang ist, der die Funktion einer Zelle stört und die Struktur einer Zelle vorübergehend oder dauerhaft verändert. Als er 1856 seine Tätigkeit als Professor an der Berliner Universität am ersten Lehrstuhl für Pathologische Anatomie in Deutschland aufnahm, entwickelte er die Grundlage für moderne diagnostische und molekulare Pathologie.

Ihm ist auch die Gründung des Medizinhistorischen Museums zu verdanken. Es ist berühmt für seine Pathologisch anatomische Sammlung. Es handelt sich dabei um einen kultur - und medizinhistorisch außerordentlich bedeutsamen Bestand an Feucht - und Trockenpräparaten. Neben konservierten Abnormitäten, werden auch medizinische Instrumente aus vergangenen Zeiten vorgestellt. Virchow baute das 1856 bereits vorhandene, etwa 1.500 Objekte umfassende Kontingent an pathologischen Feucht - und Trockenpräparaten bis 1890 zu einem Bestand von 19.000 Objekten aus. Sein Ziel war es, jede damals bekannte Krankheit nicht nur mit einem typischen Präparat, sondern eristischen Verlauf durch mehrere Objekte zu dokumentieren. Auf Virchows Gesuch beschloss man 1891 den kompletten Neubau des Pathologischen Instituts. 1899 wurde das Museum fertig gestellt und eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 20.813 Präparate in großen Vitrinen. Während 3 Etagen ausschließlich für Lehr-  und Forschungszwecke zum Einsatz kamen, öffnete Virchow 2 Etagen bewusst auch für die Öffentlichkeit. Die Sammlung war weltbekannt und wurde in Teilbeständen auch zu besonderen Anlässen   einer Weltausstellung etwa, auf Reisen geschickt. Sein aufklärerischer Gedanke war, mit Hilfe derartiger Anschauungsstücke das Wissen um Gesundheit und Krankheit in der Bevölkerung  zu bereichern.
Rudolf Virchow - Der Politiker: "Politik ist weiter nichts, als Medizin im Grossen."
Zeit seines Lebens war Virchow ein politischer Mensch. Er setzte sich 43 Jahre in der Berliner Stadtverordnetenversammlung, 41 Jahre im Preussischen Landtag und 13 Jahre im Deutschen Reichstag insbesondere für die Verbesserung der Gesundheits- und Lebensbedingungen der Bevölkerung ein. Er war der Ansicht, dass der Staat die Pflicht hat, für die Gesundheit der Bevölkerung zu sorgen. Er betonte, dass arme und reiche Menschen den gleichen Anspruch auf bestmögliche ärztliche Betreuung haben. Virchow hatte viele Ideen um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Sein Name ist verbunden mit dem Bau der ersten städtischen Krankenhäuser Friedrichshain, Moabit und Urban, der heutigen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, der Errichtung des ersten Kinderkrankenhauses und der Einrichtung von Obdachlosen und Genesungsheimen. Noch zu Lebzeiten erhielt das damals größte sich im Bau befindliche Berliner Krankenhaus seinen Namen. Bedeutenden Anteil hat er an der Errichtung des Zentralen Vieh- und Schlachthofes (heute an der Landsberger Allee) und der Einführung der Fleischbeschau zur Verhinderung der Verbreitung von Krankheitserregern. An der Entstehung des Berliner Statistischen Amtes, in dem unter anderem die ersten Krankheits- und Sterblichkeitsstatistiken geführt wurden, hat er massgeblich mitgewirkt. Die Berliner Kanalisation und die Rieselfelder zur Abwasserbeseitigung sind sein Werk. In Berlin wurden zu damaliger Zeit das Schmutzwasser, Küchenabfälle und Fäkalien in offene Gräben auf den Strassen entsorgt, was zu einer erheblichen hygienischen und Geruchsbelastung führte und eine extreme Verunreinigung des Grundwassers verursachte und damit die Verbreitung von Epidemien und Krankheiten förderte. 

Bedeutende Sammlungen Berlins verdanken ihm ihr Entstehen bzw. ihren Ausbau. Dazu gehören neben dem Medizinhistorischen Museum, das Märkische Museum, das Museum für Deutsche Volkstrachten, und das Völkerkundemuseum. Virchow ist es zu verdanken, dass der von der deutsche Öffentlichkeit und Wissenschaft enttäuschte Schliemann, die in Troja von ihm entdeckten Schätze nach Berlin gab. Seine Verdienste um die Stadt  würdigte man 1891 zu seinem 70. Geburtstag und ernannte ihn zum Ehrenbürger Berlins. Durch seine politische Tätigkeit machte er sich jedoch nicht nur Freunde. Nach einer sehr heftigen politischen Auseinandersetzung im Reichstag forderte ihn Otto von Bismark 1865 zum Duell heraus. Zeit seines Lebens galt Virchow als geiziger Mensch. Er soll so geizig gewesen sein, dass er sich nicht einmal in der eigenen Kutsche zur Klinik fahren ließ, obwohl er es sich bei seinem Gehalt hätte leisten können. Lieber fuhr er mit der billigeren Straßenbahn. Am 4. Januar 1902 stürzte er beim Aussteigen schwer und zog sich einen Oberschenkelhalsbruch zu. Auf Grund seines hohen Alters starb er am 5. September 1902 an den Folgen dieses Unfalls in Berlin. Anlässlich seiner Beerdigung am 9. September schrieb die „Berliner Klinische Wochenschrift“:

„Den großartigsten Eindruck machten die ungezählten Tausende, die zu Seiten des langen Weges vom Rathaus bis zum Friedhof dicht gedrängt in schweigender Ehrfurcht den Trauerzug an sich vorübergehen ließen. Es war nicht die blöde Schaulust, die die Leute sammeln und ausharren ließ, denn an dem schlichten bürgerlichen Trauergefolge war nichts was die Menge besonders reizen konnte, sondern das Empfinden: Hier wird ein Großer im Reiche des Geistes zu Grabe getragen, wir werden sobald nicht seines Gleichen sehen!“

 

 

Was andere über uns sagen

 
"...Der angestrebte und durch konsequentes erzieherisches Handeln der Lehrkräfte und der Erzieherinnen verwirklichte respektvolle Umgang zwischen allen Beteiligten ist in der Schule spürbar und lässt sich sowohl im Unterricht als auch in den Pausen beobachten. Insgesamt herrscht eine freundliche, ruhige Atmosphäre, zu der angenehme Aufenthaltsbereiche und die von der Arbeitsgemeinschaft Schulradio in den Pausen eingespielte Musik ihren Beitrag leisten..." Zitat aus dem Schulinspektionsbericht 2014