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Am 10. und 11. März machte sich der Jahrgang 12 in zwei Gruppen auf den Weg nach Jena. Ziel der Exkursion war es, die im Deutschunterricht behandelte Epoche der Romantik einmal außerhalb des Klassenzimmers kennenzulernen. Dass die Fahrt mit dem ein oder anderen neuen Körperschmuck enden würde, wussten wir bei der Abfahrt noch nicht, aber fangen wir vorne an. Nach dem einen oder anderen Piercing mehr kamen schließlich alle wohlbehalten in Jena an. Ein ungewöhnlicher Start, der sicher vielen in Erinnerung bleiben wird.

Station 1: Goethe-Laboratorium

Unser erster offizieller Stopp war das Goethe-Laboratorium. Wenn ihr bei „Labor“ an Chemieunterricht denkt, liegt ihr falsch. Es ging eher darum, wie Goethe die Welt gesehen hat.

Wer hier einen tiefen Einblick in die Epoche der Romantik erwartet hat, wurde etwas enttäuscht aber wir erhielten dort spannende Einblicke in Goethes naturwissenschaftliche Arbeit und seine vielfältigen Interessen. Besonders beeindruckend waren die zahlreichen Ausstellungsstücke, die zeigten, wie intensiv sich Goethe mit verschiedenen wissenschaftlichen Themen beschäftigte. Auch wenn das Laboratorium insgesamt sehr interessant gestaltet war, spielte die Epoche der Romantik hier nur eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen lag der Schwerpunkt deutlich auf Goethes Forschung und seinem wissenschaftlichen Denken. Trotzdem war der Besuch lohnenswert und ermöglichte viele neue Eindrücke.

Station 2: Schillers Gartenhaus

Weiter ging es zu Schillers Gartenhaus. Das Haus liegt am Rande des Zentrums und man fühlt sich sofort in eine andere Zeit versetzt. Das kleine Wohnhaus vermittelte einen authentischen Eindruck davon, wie Friedrich Schiller während seiner Zeit in Jena lebte. Besonders spannend war, dass viele Möbel und Einrichtungsgegenstände Originale oder originalgetreue Nachbildungen waren. Dadurch konnte man sich gut vorstellen, wie der Alltag des berühmten Dichters aussah. Inhaltlich stand jedoch vor allem Schillers Leben und Wirken in Jena im Mittelpunkt. Die Romantik spielte auch hier nur eine geringe Rolle. Dennoch war es interessant, einen so persönlichen Einblick in das Leben einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Literaturgeschichte zu erhalten. Es ist eben Geschichte zum Anfassen, auch wenn es streng genommen eher „Klassik“ als „Romantik“ war.

Station 3: Das Romantikerhaus

Der Höhepunkt des Tages war für viele das Jenaer Romantikerhaus. Hier wurde die Epoche der Romantik endlich ausführlich und anschaulich behandelt. Die Ausstellung erklärte nicht nur die wichtigsten Merkmale der Romantik, sondern stellte auch zahlreiche bekannte Autorinnen und Autoren der Zeit vor. Besonders erfreulich war für viele, dass sogar ein Gedicht von Novalis aus dem Deutschunterricht wiederzufinden war „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“. Ein Schlüsselgedicht der Romantik, das kritisiert, dass man die Welt nicht nur mit Logik und Mathe (Zahlen) erklären kann, sondern das Geheimnisvolle und die Gefühle braucht. Es ist ein seltsames, aber gutes Gefühl, wenn man etwas aus dem Unterricht plötzlich an einer Museumswand sieht und merkt: „Hey, das kenn ich ja wirklich!“. Dadurch wurde deutlich, dass die Inhalte aus dem Unterricht tatsächlich einen direkten Bezug zu den Ausstellungsstücken hatten. Viele konnten ihr bereits erworbenes Wissen anwenden und gleichzeitig neue Informationen mitnehmen. Das Romantikerhaus machte die Epoche auf abwechslungsreiche Weise erlebbar und wurde deshalb von vielen als der interessanteste Programmpunkt des Tages empfunden.

Ein weiterer positiver Aspekt der Exkursion war die vergleichsweise großzügige Freizeit zwischen den einzelnen Programmpunkten. Da die Wege von einer Station zur nächsten oft etwas Zeit in Anspruch nahmen, blieb immer wieder Gelegenheit, die Jenaer Innenstadt auf eigene Faust zu erkunden. So konnten kleine Geschäfte besucht, Kennzeichen gesammelt oder einfach die Atmosphäre der Stadt genossen werden. Diese entspannten Phasen sorgten für eine angenehme Abwechslung zwischen den Führungen und machten den Tag insgesamt sehr angenehm.

Fazit: Lohnt sich die Fahrt?

Zwei Tage Jena – was blieb hängen?

Rückblickend war die Fahrt nach Jena eine interessante Ergänzung zum Deutschunterricht. Besonders das Romantikerhaus zeigte, wie spannend Literaturgeschichte außerhalb des Klassenzimmers vermittelt werden kann. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich, dass der angekündigte Schwerpunkt auf der Romantik nicht an allen Stationen gleichermaßen umgesetzt wurde. Sowohl im Goethe-Laboratorium als auch im Schillers Gartenhaus standen andere Themen stärker im Vordergrund, sodass der Bezug zur Unterrichtseinheit teilweise fehlte.

Trotzdem bot die Exkursion viele interessante Einblicke in die Literatur- und Kulturgeschichte sowie die Möglichkeit, Jena als wichtigen historischen Ort kennenzulernen. Die Mischung aus Museumsbesuchen, Freizeit und gemeinsamen Erlebnissen machte die Fahrt abwechslungsreich und sorgte dafür, dass neben dem Lernen auch der Spaß nicht zu kurz kam. Insgesamt war die Exkursion eine gelungene Erfahrung, die den Deutschunterricht sinnvoll ergänzte auch wenn der Fokus auf der Romantik an einigen Stellen durchaus noch stärker hätte ausfallen können.

Ein Bericht von Leonie Walther, Karoline Gebauer, Luca Eckert und Sean Lorbeer.